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Heimat-und Verschönerungsverein Siegen-Hain e.V.

Christel Vogel und Frau Kriminalhauptkommissarin Niggemann
Christel Vogel und Frau Kriminalhauptkommissarin Niggemann

Kriminalkommissar Einbruch

Eigentlich sollte der Themenabend an jenem Freitag unter dem Motto „Kriminalkommissar Einbruch“ stehen, aber aus organisatorischen Gründen wird dieses Thema am Freitag, den 02. Oktober behandelt werden.
Frau Kriminalhauptkommissarin Niggemann wurde von Christel Vogel begrüßt und sie widmete sich dem Thema: „Trickbetrügereien und Enkeltrick“. Gebannt lauschten die 19 Anwesenden, was Frau Niggemann aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten hatte.
Es hat allen Anschein, dass die früher gefühlte Sicherheit vor straf-baren Handlungen im ländlichen Gebiet Geschichte ist.
Sie stellt einzelne Szenarien vor:
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Eine junge Frau mit Baby klingelt und bittet die Hauseigentümerin um ein Glas Wasser für ihr Kind. Freundlich wie sie ist, bittet sie die fremde Frau ins Haus.
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Oder aber sie/ er klingelt und bittet von ihrem/seinem Festnetz aus einen Anruf tätigen zu dürfen, da ihr/sein Handy leer sei.
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Oder aber der/die Fremde bittet um einen Stift und einen Zettel, um dem Nachbarn eine Nachricht hinterlassen zu können.
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Oder aber in einem Mietshaus kommt ein „Handwerker“ und gibt vor, vom Eigentümer beauftragt zu sein.
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Oder jemand an der Tür gibt sich als alter Bekannter aus: „Wir lagen damals gemeinsam im Krankenhaus. Wissen Sie noch?“
In diesen Fällen gelangen die Fremden in aller Regel ins Haus, wo sie nichts zu suchen haben. Also: Lassen Sie keinen Fremden ins Haus! Wenn jemand nicht offensichtlich verletzt ist, darf man grundsätzlich den Zutritt ins Haus verweigern.
Die Masche mit dem Enkeltrick, wo zu DMark-Zeiten bis zu 6-stellige Beträge an der Haustür übergeben wurden, ist derzeit rückläufig.
Häufig wird jedoch im Vorfeld am Telefon von massivem Vorgehen berichtet. Wegen Schamgefühl, dass man reingefallen ist, werden viele Vorfälle nicht zur Anzeige gebracht (leider!).
Hier einzelne Beispiele der Anbahnung am Telefon:
- „Rate mal, wer ich bin!“ (...) „Kennst du mich denn nicht mehr? Du musst mir heute unbedingt aus der Patsche helfen. Ich bin jetzt hier beim Notar ( auf der Polizeiwache/ im Krankenhaus) und benötige dringend Geld.“ Bei Verdacht auf ein größeres Guthaben auf der Bank bittet der Enkel/ Neffe um noch mehr Geld und schickt dem Angerufenen noch ein Taxi, damit er/sie auf die Bank fahren kann, um das Geld zu besorgen. Häufig wird dieser Versuch abgebrochen, wenn kurz nach dem Anruf die Telefonleitung besetzt ist, da die Gefahr besteht, dass der Angerufene die Polizei verständigt.
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In einem anderen Fall erhält jemand eine schriftliche Benachrichtigung über einen Gewinn. Vorraussetzung für die Überlassung des Gewinns sind jedoch Geldforderungen, zur Abdeckung von „Gebühren“. „Ihr Auto steht derzeit noch in der Türkei, muss importiert und verzollt werden. Überweisen Sie daher € 800 (oder € 1.500 ...) auf das Konto XY.“ Längere Zeit passiert nichts. Dann aber meldet sich am Telefon die „Polizei“ und teilt mit, dass SIE Mittäter sind und man durch Zahlung eines höheren Betrages auf eine Anzeige verzichten würde.
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Unter dem Begriff „Teerkolonne“ (früher auch Dachdecker) fasst man „Handwerker“ zusammen, die ihren „Service“ an der Haustür anbieten. Hier wird in aller Regel miese Qualität zu völlig überhöhten Preisen angeboten. Finger weg von solchen Angeboten!
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Bei Kaffeefahrten sollte man unbedingt vorher Informationen bei der Verbraucherzentrale einholen.
Die alte Masche des Taschendiebstahls ist noch immer hoch im Kurs. Dabei sollte man wissen, dass die Taschendiebe Menschenansammlungen und Gedränge lieben. In aller Regel arbeitet hierbei eine Bande. Einer lenkt ab, einer klaut, und gibt schließlich die heiße Ware an Nummer 3. Einzelne Anbahnungstricks hierbei sind:
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Beschmutzertrick. Einer beschmutzt Sie mit Eis/ Ketchup o.ä. und verwickelt sie in ein Gespräch, während Nummer 2 „zugreift“.
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Sammeltrick. Nachdem Sie in der Bank am Schalter Geld abgehoben haben, bittet Sie jemand um eine „Spende“. Wenn dann alles Geld aus dem Geldbeutel weg ist, sollte man sich nicht wundern.
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Geldwechseltrick: Auf einem Parkplatz bittet Sie jemand, Geld für den Parkautomaten zu wechseln. Anschließend stellen Sie fest, dass alle Scheine im Geldbeutel weg sind!
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Ablenkung im Supermarkt: Während Sie jemand anspricht und fragt „Können Sie mir sagen, wo ich hier Salz/ Mehl/ Zucker finden kann?“ stiehlt der Ganovenkollege den Geldbeutel aus dem Einkaufswagen!
Geld sollte stets „am Mann“ getragen werden, nicht in der Handtasche, nicht in der Gesäßtasche bei Männern. Eine verschlossene Innentasche ist ideal.
F.V.



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